ÜWir befreien Pfarrer und Ehrenamtliche von der Last der Bürokratie - Leserbrief
Das Gegenteil ist der Fall! Leserbrief zu Wir befreien Pfarrer und Ehrenamtliche von der Last der Bürokratie BZ-08-05-26
Die Überschrift ist vielerlei Hinsicht zumindest irreführend, denn die Zentralisierung ist teuer, entmündigt die Kirche vor Ort und macht sie zu Bettlern gegenüber den zentralen Einrichtungen für ihre Arbeit.
Ohne Moos ist nichts los, sagt der Volksbund zu Recht. Wenn die Kirchenmittel von der Ortsgemeinde, also von vor Ort, auf Großgemeinden verlagert werden, müssen die ehrenamtlichen in den Dörfern – in den Ortsausschüssen oder Teams - um Mittel für ihre Arbeit bei den zentralen Institutionen betteln. Dieser Zustand ist nicht nur unwürdig, sondern noch ermüdender als die Verwaltung des eigenen Vermögens und damit demotivierend. Einem solchen Zustand wird sich auf Dauer niemand aussetzen. Damit wird die Arbeit in der Fläche sterben.
Das Kirchenvermögen steht zum guten Teil in dem Eigentum und damit der Nutzung der Ortskirche, um ihre Arbeit zu finanzieren. Wenn das Eigentum nun auf höhere Instanzen zwangsweise übertragen wird und man vor Ort nun die nötigen Mittel erbitten muß, ist das entmündigend. Die Bürokratie ist damit nicht abgeschafft, sie ist nur an eine andere Stelle verlagert und die Ortsgemeinden sind vor Ort ohne Eigenverantwortung. Wer will in einem solchen System arbeiten?
Zentralisierung ist teuer und verschlingt noch mehr Geld für die Verwaltung! Ein Musterbeispiel ist die Bearbeitung der Verwaltung des Gemeindevermögens und der arbeit. In der Vergangenheit wurden die Haushalte von ehrenamtlichen Kassenverwaltern abgewickelt, die in der Regel auf der Basis der geringfügigen Beschäftigung vergütet wurden. Das war sehr preiswert. Als Nebeneffekt hat man damit auch neben dem Kirchenvorstand einen weiteren ehrenamtlichen Mitstreiter für die aktive Gemeindearbeit gewonnen. Stattdessen hat die Braunschweigische Landeskirche hauptamtliche Verwaltungsverbände mit öffentlichem Tarifrecht gebildet und die Gemeinden in diese hineingezwungen. Die Folgen: Vor Ort in jeder Kirchengemeinde verliert man ein ehrenamtlich engagiertes Mitglied und eine Explosion der Verwaltungskosten. Was bisher „praktisch kostenfrei“ erledigt wurde wird nun durch hauptamtliches Personal mit einer hauptamtlichen Organisation sowie entsprechenden Raum- und Technik- und Overheadkosten erledigt.
Ich habe in meiner über 30-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit mit dieser Organisationsform keinerlei Probleme erlebt. Es gab im Rahmen der Rechnungsprüfung keine Beanstandungen und das System funktionierte zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Im Zuge von Intranet und EDV läßt sich dies sogar noch leichter erledigen, weil man über das Intranet ein zentral gepflegtes Buchhaltungssystem betreiben kann, in dem die einzelnen Gemeinden und Organisationsteile autonome Mandanten sind. Die dafür erforderlichen Computer sind ohnehin überall vorhanden. Ein entsprechendes Programm braucht die Landeskirche für ihre eigene Arbeit ohnehin. Es muß nur Mandantenfähig gemacht werden. Das bedeutet einheitliche Programmpflege und damit geringe Kosten und einen hohen Leistungsstandard, weil man durch standardisierte Buchungssätze die Arbeit erleichtern und die Qualität steigern kann.
Mit der Reform werden die Weichen in die falsche Richtung von den Menschweg gestellt.
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